Gerade gab die Band bekannt, dass alle Konzerttermine im Oktober verschoben werden. Alle Shows im November und Dezember finden wie geplant statt.

Neue Termine für die Oktober Shows

Freaks, mit großem Bedauern müssen wir euch heute verkünden, daß wir unsere Oktober-Live-Termine verschieben müssen. Die genauen Daten entnehmt ihr bitte der Grafik. Wir wollen ganz ehrlich sein: Im Augenblick sind die Vorverkäufe zu schwach, als daß sich eine Durchführung der Tour für die Clubs, die örtlichen Veranstalterinnen, uns und unsere Crew gerechnet hätte. Die Zeiten sind wohl nicht danach, viele Künstler*innen machen gerade ähnlich schmerzhafte Erfahrungen. WICHTIG: Die Termine im November und Dezember finden ALLE statt. Kommt alle, es lohnt sich, bis jetzt war jedes Konzert einzigartig und geil. Auch Dank euch! Seid gegrüßt und bleibt gesund,
Eure Tocs

tocotronic.de

Tocotronic haben gestern beim „Preis für Popkultur“ in der Kategorie „Lieblingsalbum“ gewonnen. Herzlichen Glückwunsch! „Nie wieder Krieg“ von Tocotronic war für den Preis nominiert und konnte sich gegen ÄTNA (Push Life), Casper (Alles war schön und nicht tat weh), Paula Hartmann (Nie Verliebt) und Schmyt (Universum regelt) durchsetzen.

Tocotronic beim Preis für Popkultur

Außerdem waren Tocotronic in der Kategorie „Lieblingsband“, Jan Müller/Reflektor in der Kategorie „Schönste Gesichte“ und Moses Schneider als „Lieblingsproduzent“ nominiert, haben aber in diesen Kategorien nicht gewonnen. Die Gewinner wurden von Mitgliedern des Vereins gewählt. Am Ende der Veranstaltung spielten Tocotronic die Songs „Ich hasse es hier“ und „Ich tauche auf“.

Tocotronic beim Preis für Popkultur

Das Video zur Veranstaltung ist noch online. Hier die Parts mit Tocotronic.

Lieblingsproduzent 00:43:20 (Moses Schneider – nicht gewonnen)
Lieblingsalbum 00:58:20 (Nie wieder Krieg – gewonnen)
Lieblingsband 01:38:10 (Tocotronic – nicht gewonnen)
Schönste Geschichte 01:45:00 (Reflektor – nicht gewonnen)
Tocotronic Live 02:19:00 (Ich hasse es hier, Ich tauche auf)

In Berlin begann der Konzertabend ungewöhnlich. Ich wurde mit dem Auto zur Columbia Halle gebracht. Kurz vor der Halle fielen uns wahnsinnig viele Menschen auf. Ich dachte so „Wow, Berlin fährt richtig auf Tocotronic ab“. Ein paar Sekunden später ist mir aufgefallen, dass die ganzen Leute T-Shirts von den Toten Hosen tragen. „Stimmt, da war doch was!“ Die Toten Hosen haben zur gleichen Zeit auf der anderen Straßenseite ein Konzert gespielt. Beim Einlass fürs Tocotronic Konzert war wie gewohnt nicht viel los. Die Halle war zwar auch ausverkauft, aber Toco-Fans sind entspannt und kommen meistens erst kurz vor dem Start. Es kam eine U-Bahn und ein Bus nach dem anderen und es waren fast nur Hosen Fans. Als ich da so auf der Straße stand, hat sich das komisch angefühlt. So als ob wir paar Tocotronic Fans die Außenseiter sind und alle anderen Leute zu einer coolen Party gehen, zu der wir nicht eingeladen wurden. Eingeladen wurde ich dann aber doch. Ein Hosen Fan wollte mir eine Karte verkaufen. 😀 Ich hätte das Angebot gerne angenommen, aber nicht, wenn gleichzeitig Tocotronic spielen. So ein Mist! Hätten die Hosen einen Tag später in Berlin gespielt, wäre ich zum Konzert gegangen. Hosen Konzerte sind immer geil. Ich war schon bei zahlreichen.

Tocotronic Columbiahalle Berlin

In der Halle wars dann ganz entspannt. Das Team am Einlass und bei der Getränkeausgabe war sehr nett. Im Vorprogramm waren dieses mal wieder BSI. Für BSI war es ihr bisher größter Auftritt. Vor 3.000 Leuten haben sie vorher noch nie gespielt. Na immerhin! Als sie das erzählt haben, hat sich das Konzert gar nicht mehr so klein angefühlt. Die Halle war auch restlos ausverkauft. Nach der tollen Show von BSI gab es dann wieder eine Umbaupause.

BSI in der Columbiahalle

Berlin war etwas ungeduldig und hat schon immer in der Umbaupause gejubelt. War wohl ein Versuch die Band herauszulocken, aber bei Tocotronic gibt es feste Abläufe. 😀 Die Band kam pünktlich um 21 Uhr auf die Bühne.

Tocotronic in der Columbiahalle Berlin

Nach den nachdenklichen Songs wie „Nie wieder Krieg“ und „Hoffnung“ fing das Publikum dann an zu tanzen. Nach „Aber hier leben, nein danke“ lag wieder eine Brille am Boden. Glücklicherweise konnte der Besitzer seine Brille finden, als einige Fans den Boden mit ihren Smartphones ausgeleuchtet haben. Ich sag’s euch, lasst eure Brillen zuhause, falls ihr pogen gehen möchtet. In der Halle war es wie üblich wieder sehr heiß. Die Band hat trotzdem Vollgas gegeben. Ich glaube für einen Teil der Band war es ein besonderer Abend. Das Berliner Publikum ging ordentlich ab. Sah auch echt cool aus in der Halle mit den zwei Ebenen und der guten Lichtshow. Hat alles gepasst an dem Abend. Mein Lieblingssong war in Berlin „Drüben auf dem Hügel“.

Nach dem Konzert sind wir dann wieder mit den Hosen Fans zusammengetroffen. Ich wurde vor der Halle abgeholt, aber wir sind kaum durch die Straßen gekommen. Überall waren Fans und die Polizei. Die 60.000 Hosen Fans und 3.000 Tocotronic Fans sind zum größten Teil alle Richtung U-Bahn gelaufen. Verlief aber alles friedlich. Warum sollte es auch Stress geben? Sind zwei coole Bands.

Yes! Am Freitag, dem 19. August war endlich das „The Hamburg Years“ Konzert im Stadtpark Hamburg. Auf das Konzert hatte ich so lange gewartet. Ich glaube, die Tickets wurden Ende 2019 gekauft. Die Fahrt von Hannover aus lief unkompliziert.

Am Abend ging es dann in den Stadtpark. Dieses Konzert in Hamburg war das große Fantreffen. Fast alle, die öfters bei den Konzerten dabei sind, waren auch in Hamburg. Ich hatte ein Ticket zu viel, dass ich an Kevin (Autor vom Hamburg Sub & Pop Buch) verschenkt habe. Eigentlich wollte ich damals seine Buchlesung besuchen, hatte mich dann aber dagegen entschieden, weil mir Hamburg damals zu weit weg war und die Corona-Regeln zu dem Zeitpunkt zu risikoreich waren. Also war das Tocotronic Konzert jetzt im Stadtpark eine gute Gelegenheit ihn mal persönlich kennenzulernen.  

Der Einlass war sehr entspannt. Alle um mich herum hatten Tickets mit einem Code zum Scannen. Ich hatte aber eins von den ganzen alten Tickets. Einer von den Security-Leuten hat mein Ticket also entwertet, indem er es einfach in der Mitte zerrissen hat. Bevor ich was sagen konnte, hat sein Kollege hinter ihm schon gerufen „SO NICHT!“. Da war es aber schon zu spät. Eigentlich hätte er nur an der Seite den Teil abreissen sollen. Ich hoffe, in Potsdam macht man mir beim Einlass keinen Ärger, weil ich mit einem kaputten Ticket ankomme.

Tocotronic Ticket

Was ich in Hamburg auch sehr lustig fand, war die Getränke Auswahl. Wie die meisten Tocotronic Fans wissen, gibt es einen Cola Hersteller, den Jan Müller hasst und worüber er sich schon das eine oder andere Mal abfällig in Podcasts geäußert hat. In Hamburg gab es ausschließlich Cola von diesem verhassten Produzenten. 😀 Mir war das egal. Ich trinke diese Cola ganz gerne (sorry Jan). Lustig war das aber irgendwie schon. Natürlich hat Jan keinen Einfluss darauf, was für Vertragspartner die Locations bei den Getränken haben. Als wir auf das Vorprogramm gewartet haben kam eine Frau mit einem Mikrofon auf uns zu. Sie hatte Fans für ein Podcast-Interview gesucht und irgendwer hatte ihr verraten, dass ich auf sehr vielen Konzerten dabei bin. Huh, mein erster Podcast. Aufregend. Obwohl, eigentlich ist es das zweite Radio-Interview. Mein erstes Radio-Interview war vor Corona. Da hatte jemand einen Amoklauf an meiner Schule angedroht. Wir waren dann stundenlang in der Schule eingesperrt und vom SEK umzingelt. Damals hatte ich über die Erfahrung mit einem lokalen Radiosender geredet. Im Stadtpark Interview ging es zum Glück um Tocotronic und den schönen Abend in Hamburg! Trotzdem war ich etwas aufgeregt. Es ist gar nicht so einfach spontan ordentliche Antworten zu formulieren. Soweit ich es richtig in Erinnerung habe, wird das Interview nächstes Jahr im Rahmen vom 30-jähirgen Band-Jubiläum bei der ARD veröffentlicht.

Nach einiger Zeit ging dann endlich das Konzert los. Gestartet hat Charlotte Brandi. Toller Auftritt. Sie hat eine wunderbare Stimme. Schade nur, dass Dirk bei „Wind“ nicht mit auf die Bühne kam. Das wäre mal etwas Besonderes gewesen. Danach folgte der Auftritt von Sophia Kennedy. Sie wurde am Bass von Mense Reets begleitet. Klang auch sehr gut. Gut fand ich auch, dass es im Stadtpark kaum Umbauzeiten zwischen den Acts gab.

Charlotte Brandi
Sophia Kennedy

Um 20 Uhr kamen dann Tocotronic auf die Bühne. Die „Hamburg Years“ wurden natürlich wie immer mit „Freiburg“ eröffnet. Im Hintergrund war wieder das coole „T“-Logo. Die Setlist war mir vom letzten Jahr bestens bekannt. Anders als bei der „Nie wieder Krieg“-Tour brauchte es bei den „Hamburg Years“ keine Aufwärmzeit fürs Publikum. Vom ersten Song an wurde Pogo getanzt und mitgeschrien. Das Publikum war fast schon zu laut für diesen Veranstaltungsort. Die Band durfte nämlich bestimmte Lärmpegel nicht überschreiten, weil es in Hamburg sonst Ärger mit den Anwohnern vom Stadtpark gibt. Das ist nicht unproblematisch bei Rockbands. Vorne im Pogopit wo alle laut mitgesungen haben, hat man teilweise kaum was von der Band gehört. Nach den Songs wurde dann vom Publikum auch oft „Lauter, lauter, lauter“ gerufen, aber was sollte die Band machen? Sie können sich nicht über das geltende Recht vor Ort hinwegsetzen. Nach einigen Songs wurde die Lautstärker von den Fans dann akzeptiert. Die Stadt Hamburg und die Location sollten da aber wirklich eine bessere Lösung finden für den nächsten Sommer.

Tocotronic Live im Hamburger Stadtgarten 2022

Abgesehen von der Lautstärke war es aber ein wirklich cooler Abend. Das Wetter hat perfekt gepasst. Die Band und die Fans waren gut gelaunt und alle hatten Spaß. Beim Pogen ging es sehr wild zu. Es gab auch zahlreiche Crowdsurfer. Bei den „Hamburg Years“ gibt es kaum einen Song, bei dem nicht ordentlich getanzt wird. Das ist eine verdammt gute Setlist! Am besten fand ich wieder „Das Geschenk“. Die Band wurde richtig gefeiert. Außerdem war die Lichtshow an den Abend sehr schön!

Am Ende des Konzerts habe ich mich von allen verabschiedet und habe mich noch mit einigen Fans unterhalten. Leider ging von jemanden die Brille beim Pogen kaputt, wie ich am Ende des Konzerts erfahren habe. Insgesamt fanden aber alle, mit denen ich gesprochen habe, den Abend richtig gut. Wenn man so mitbekommt wie viele andere OpenAir Veranstaltungen dieses Jahr kurzfristig aufgrund von Unwettern abgesagt werden, können wir wirklich dankbar über diesen gelungenen Abend sein.